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tropical island

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Einmal den Äquator überqueren

„Jetzt oder nie, wann haben wir denn mal wieder die Chance?“ So ähnlich klingen die Gedanken vor einer großen Fernreise. Besonders, wenn diese exotisch sein soll. Und die Flitterwochen sollen auch was Besonderes sein. Also drehen wir den Globus und landen für unsere Trau(m)reise bei… Bali!

Rundreise und relaxen im fernen Indonesien. Mittlerweile zwar ein Klischee-Ziel, aber was für eins. Vorher aber erstmal typischen Stress: mein Reisepass ist abgelaufen. Ohne Reisepass kein Touristenvisum in Indonesien! Also im Eilverfahren einen Beantragen und gerade noch rechtzeitig einen frischen erhalten. Jetzt noch Taschen packen und ab nach Frankfurt, um mit einem Thai Airways A380 14 Stunden lang quer über die Welt zu fliegen. Selbstverständlich mit Fensterplatz!

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Der Flug ist spannend, die Flugkarte ist auf meinem Monitor und aus dem Fenster betrachte ich die vielen Landschaften, über die wir hinweg donnern.

Thai Airways ist eine ausgesprochen angenehme Airline, das Essen ist lecker und reichlich, die zuvorkommenden Flugbegleiter bieten oft den free drink refill an. Bei 430 Menschen an Bord schon beeindruckend, die müssen einige Kästen Cola im Flugzeugkeller haben.

Über dem Indischen Ozean rappelt es für eine halbe Stunde, der Rest des Fluges verläuft butterweich.

Erste Eindrücke einer komplett anderen Kultur

Die Reise ist für uns die erste nach Asien. Es ist überhaupt das erste Ziel außerhalb der EU. Spannend! Wir zahlen uns durch Immigration ($30 Visa Tax?!) und treten in die völlig überfüllte Empfangshalle des Ngurah Rai International Airport. Nach kurzer Akklimatisation tauschen wir ein paar Euros gegen abertausende von indonesischen Rupiah und finden unseren Hoteltransfer-Fahrer. Der schnappt sich unsere Taschen, wirft sie in einen kleinen Lieferwagen und dieser braust direkt davon, ohne weitere Information. Tschüss Klamotten! Unser Fahrer lächelt, nickt und bittet uns, in seinen eiskalten Wagen zu steigen, während es im Flughafen um die 30° warm ist. Los geht’s durch das wuselige Denpasar, runter nach Nusa Dua.

Im Flughafen sehen wir schon aufwendig verzierte Fassaden, viele Skulpturen und kleine Schreine. Es scheint uns klar zu sein: Hier werden die Touristen mit einer Kulisse von Kultur empfangen, angepasst an die westlichen Erwartungen. Dann sehen wir auf der Fahrt Kreisverkehre in Dimensionen, wie es sie in Deutschland einfach nicht gibt. Springbrunnen, wunderschöne Parkanlage, mittendrin ein Tempel. Wir fahren durch typische geteilte Tempel Tore. Uns dämmert es: das alles ist nicht für Touristen angelegt… Das ist alles echt und wird mit Sinn und Zweck respektvoll behandelt.

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Ayodya Resort

Wir kommen an einem Gate an, an dem unser Wagen von Sicherheitsleuten mit Spiegeln von unten geprüft wird. Security-Theater, wahrscheinlich eingeführt nach den schweren Anschlägen von 2002. Wir fahren eine lange Straße hinauf und halten vor einer großen Treppe. „We are here!“, lächelt der Fahrer und wir steigen aus, direkt zu unseren Taschen, die bereits hier hergebracht wurden. Wir steigen die Stufen rauf und verstummen geschockt. Wo sind wir hier? Ist das unser Hotel?

Die Lobby ist gigantisch beeindruckend und typisch balinesisch ohne Wände gebaut. Es riecht nach Räucherstäbchen und es erklingt leise traditionell balinesische Musik.

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Und am Tage…

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Die Blicke ins und aus dem Hotelzimmer über den Balkon sind auch nicht zu verachten.

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Land & Leute sehen

Wir buchen im Hotel die nächsten Ausflüge, einmal eine 1-Tages-Tour im Kübelwagen und eine 4-Tages-Tour über die ganze Insel. Die Kübelwagen sind sehr farbenfroh, da fährt man als Touri schön in den Blechbonbons quer durch Dschungel und Reisfelder ;D

Was uns besonders auffällt, sind die Schreine und Tempel, die wirklich überall zu finden sind. Jede einzelne Reis-Pazelle hat einen kleinen Schrein-Pfahl, in denen auch tatsächlich täglich kleine Opfergaben in Palmenblätter-Schälchen platziert werden. In den Schälchen finden sich Dinge, die den Göttern gefallen könnten: Duftende Blüten, Bonbons, Zigaretten, Geldscheine. Jedes noch so kleine Schreinchen und jeder noch so verfallene Tempel wird genutzt und weitestgehend instand gehalten.

Wenn ein Balinese ein Haus Baut, dann wird zuerst der Schrein aufgestellt, sodass die Götter über das Heim wachen können. An der Größe der Schreine (teilweise ganze Tempel) kann man ablesen, wie reich der Bewohner ist. Auch im chilligen Hinduismus wird verglichen, wer den größeren hat.

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Die Tour heißt „Tempel & Reisfelder“ und das wird auch geboten, denn beides gibt es auf Bali wirklich auf jedem Zentimeter.

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Ubud & Goa Gajah

Unsere Tour führt uns in Richtung Ubud, entlang der Artists Road. Ich bin von der Schönheit der Strecke schwer beeindruckt. Es reihen sich Bildhauerei an Tischlerei an Malerei, wobei mich nicht die ausgestellte Kunst umhaut, sondern die Mauern, die jedes Grundstück vom anderen abgrenzt. Kein einziger Stein sieht aus wie der andere. In Deutschland kauft man einfach zwei, drei Paletten Ziegel und klebt die mit Mörtel aufeinander, fertig. Die einfachen und nebensächlichen Dinge werden hier mit Liebe und Respekt bearbeitet.

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Ein kleiner Zwischenstopp, um ein balinesisches Theaterstück zu sehen. Wir haben inzwischen einige Theaterstücke in fernen Ländern gesehen. Die sind alle wunderschön und clever gemacht, mit Kostümen und Szenenbildern, die einfach völlig neu sind. Durch unsere fehlende Kenntnis der Kulturen sind diese Stücke zwar schön anzuschauen, inhaltlich verstehen wir aber so gut wie nichts.

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Im Elefantentempel können wir die Szenerie fast nicht glauben, obwohl wir mitten drin stehen. Wer sich mal wahrhaftig wie Indiana Jones fühlen möchte, muss hier herkommen.

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Von Mount Agung über Mount Batur bis nach Lovina Beach

Wir durchqueren Dörfer, Tempel, Märkte, Hotels und Reisfelder, ein Ziel schöner als das andere. Ein Highlight ist sicherlich der Mutter-Tempel Besakih, am Hang des Vulkans Agung gebaut. Es ist der älteste Tempel auf Bali und auch einer der größten. Wir haben Glück, denn wir kommen gerade recht zu einer Feierlichkeit an, ein Hohepriester hält eine Zeremonie ab, an der viele Einheimische teilnehmen. Vorher verirren wir uns aber noch kurz in einem typischen Wochenmarkt.

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Nach kurzer Fahrt den Hang hinauf erreichen wir Besakih.

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Gerade rechtzeitig kommen wir am Lovina Beach an. Am nächsten Tag machen wir einen Kurztrip im Kurztrip: Wir fahren mit einem Segel-Katamaran rüber nach Lembongan zum Schnorcheln und Bananenboot fahren.

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Asien, die Fernwehquelle

Bali ist ein Ziel, das jeder einmal erleben sollte. Nach der Flugbuchung ist es auch ohne Probleme möglich, mit sehr kleinem Budget auf der Insel klarzukommen. Was es uns Europäer wirklich kostet, ist die Überwindung, uns auf die Verhältnisse der Gesellschaft einzulassen. Je mehr man es schafft seine Komfortzone zu verlassen, desto wärmer wird man empfangen. Alternativ kann man auch sein Flitterwochen-Sparschwein verbraten 😉

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